Handel-Macht-Klima
Auf ihrer Reise von der WTO- Konferenz in Genf nach Kopenhagen haben im Dezember 2009 über 50 AktivistInnen der HANDEL-MACHT-KLIMA Karawane Station in Hamburg gemacht. Sie nahmen an einer energiepolitischen Barkassenfahrt zu den Orten des Klimawandels im Hafen teil – beispielsweise zur Ölmühle und zum umstrittenen Kohlekraftwerk Moorburg.
Videos und Interviews des NDR
Infos zur Karawane:
www.climatecaravan.org
Neben dem Eine Welt Netzwerk Hamburg (EWNW) waren folgende Gruppen an der Durchführung beteiligt: Atmospheric Disorder, Avanti - Projekt undogmatische Linke, BUNDJugend Hamburg, Bundeskoordination Internationalismus (BUKO), Flüchtlingsrat Hamburg, Initiative "Moorburgtrasse stoppen!", Moorburgbündnis.
Anlässlich der bevorstehenden UN-Klimakonferenz in Kopenhagen machten die KarawaneteilnehmerInnen deutlich, dass Klimawandel und Freihandel schon heute ihre Lebensgrundlagen bedrohen. So berichtete Suria Rajini (auf dem Foto des Hamburger Klimaplenums) von der indischen Bauernorganisation APVVU, dass multinationale Konzerne immer mehr Land aufkaufen und damit die lokale Selbstversorgung zerstören: „In den letzten Jahren wurden viele Kleinbauern in den Selbstmord getrieben. Viele haben ihr Land verloren oder wurden mit genverändertem Saatgut in die finanzielle Abhängigkeit von Konzernen wie Monsanto gedrängt.“
„Notwendig ist der Bruch mit einer neoliberalen Politik, die die Macht auf einige Wenige konzentriert und die Armen benachteiligt“, so Benito Calixto Guzmán von der Vernetzungsorganisation CAOI (Coordinadora Andina
de Organizationes Indígena) aus Peru. Indigene Organisationen kämpfen in Kopenhagen dagegen, dass im Namen des Klimaschutzes Großkonzerne Zugriff auf natürliche Ressourcen und indigene Gebiete erhalten.
Hamburg ist nicht zufällig Station der Karawane. „Klimapolitisch ist
Hamburg ein Symbol der Heuchelei. Die Stadt gibt sich als Vorreiter in Sachen Klimaschutz, genehmigt in Moorburg aber ein Kohlekraftwerk, welches die CO2 Emissionen Hamburgs um 40% erhöhen wird“, so Jens Fischer vom Hamburger Klimaplenum. „Damit steht die Stadt für eine weltweite Klimapolitik, die in schönen Sonntagsreden Klimaschutz verspricht und in der Realität ein kohleschwarzes 'Weiter so' forciert“.
An der Karawane nehmen VertreterInnen von sozialen Bewegungen aus der ganzen Welt teil. Manche sind schon heute direkt vom Klimawandel betroffen, wie etwa die indigenen Kuna aus Panama, deren flache Inseln angesichts des steigenden Meeresspiegels zu versinken drohen. Andere kämpfen gegen die Ölförderung im Amazonasgebiet, gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel, für Ernährungssouveranität und kleinbäuerliche Landwirtschaft und ihre Rechte als indigene Gemeinschaften.
