Klarmachen zum Kerkern? Piraten vor Gericht in Hamburg!
Der erste „Piraten-Prozess“ seit 400 Jahren in Deutschland geht dieser Tage zu Ende. Seit anderthalb Jahren stehen zehn Somalier vor dem Hamburger Landgericht. Sie sind angeklagt, am 5. April 2010 das Containerschiff Taipan einer Hamburger Reederei mit Waffengewalt überfallen zu haben.
Die Staatsanwaltschaft fordert zwischen vier und elfeinhalb Jahren Haft wegen der Mittäterschaft beim erpresserischen Menschenraub und bei einem Angriff auf den Seeverkehr.
Die ReferentInnen beleuchten die Hintergründe und die verschiedenen rechtlichen und politischen Aspekte des Prozesses:
Was hat die Piraterie mit dem internationalen Fischraub vor Somalias Küste zu tun? Wer benutzt Somalias Gewässer als Mülldeponie? Welche Rolle spielt die EU-Militärmission Atalanta im Golf von Aden? Wer sind die 10 Männer aus Somalia? Und welche Auswirkungen hat die Piraterie auf Seeleute, die meist aus Ländern des Südens stammen?
Referent_innen
- Anita Friedetzky, Prozessbeobachterin beim „Piratenprozess“
- Jan Oltmanns, Seemannsdiakon am Duckdalben, HH-Harburg
- Reimer Dohrn, Netzwerk „Kein Mensch ist illegal“
- Said Ahmed H. Jama, Somalischer Übersetzer
Moderation
Frank Engelbrecht, Pastor an der Hauptkirche St. Katharinen


