Workshop: Rassismus und Macht: Begriffe und Bilder in entwicklungspolitischen Texten
Donnerstag, 21. Januar 2010, 18.00 Uhr
„Worte können sein wie winzige Arsendosen. Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da“, schrieb der kritische Chronist Victor Klemperer in seiner Analyse des nationalsozialistischen Sprachgebrauchs.
Sprache beschreibt nicht nur die Wirklichkeit, sondern stellt sie auch her und prägt sie. Sprache ist ein Machtinstrument und kann als potentielles Gewaltmittel funktionieren. Manche, besonders PolitikerInnen, setzen sie gezielt ein, andere verwenden sie unhinterfragt. Beide Varianten, vor allem aber der alltägliche Gebrauch im entwicklungspolitischen Kontext, werden im Seminar unter die Lupe genommen.
Wir wollen unser Bewusstsein dafür schärfen, wie Stereotypisierungen und Ungleichheiten durch Sprache hergestellt bzw. befördert werden. Dabei geht es weniger um einzelne krasse Wörter oder darum, einen Katalog politisch korrekter Begriffe aufzustellen. Im Fokus steht vielmehr, ein Gespür dafür zu entwickeln, mit welchen Redewendungen und (Wort-)bildern Argumentationen vorgetragen werden, welche Emotionen sie auslösen und wie verschiedene Menschen darin dargestellt werden.
Warum ist „Kultur“ ein Zauberwort? – Wer wird benannt und wer nicht? - Wie schwarz ist „Schwarzafrika“? – Wer sind „wir“ und wer sind die „anderen“? – Wer spricht selbst und über wen wird gesprochen?
In Diskussionen sollen Alternativen zum problematischen Sprachgebrauch erörtert werden. Das Seminar regt dazu an, sich mit der eigenen Position und der Verantwortung im eigenen Sprechen, beim Verfassen von Flyern und Plakaten auseinander zusetzen.
Bitte eigenes Material, Flyer, Broschüren, Pressemitteilungen und Plakate mitbringen!


