Stadtrundgänge
Stadtrundgänge zu Kolonialismus, Migration und Globalisierung
Als größte deutsche Hafenstadt und „Tor zur Welt“ des Kaiserreichs wurde Hamburg zur Drehscheibe des deutschen Kolonialreichs in Afrika und Asien. „Kolonialwaren“, aber auch Menschen aus den Kolonien fanden ihren Weg in die Hafenstadt. Hamburger Initiativen begeben sich auf die Spuren der kolonialen Vergangenheit und der aktuellen Globalisierung.
Alle Termine für Stadtrundgänge 2012 in der Übersicht
Programm-Flyer 2012 Hafen- und Stadttouren [pdf]
Daheim in der Fremde - Einwanderung nach St. Pauli und Altona
Die Entwicklung Altonas zur zweitgrößten dänischen Stadt, St. Paulis Ruf als berühmtester Hamburger Stadtteil: Mehr als 400 Jahre Einwanderung haben hier Spuren hinterlassen. Ob chinesische Matrosen im »China Town« nahe der Grenze nach Altona oder Religionsflüchtlinge wie z.B. die Mennonitengemeinde in der Großen Freiheit - MigrantInnen aus aller Welt haben diesen beiden Orten ihren Stempel aufgedrückt. Zwischen Königstraße, Paul-Roosen-Straße und Elbufer geht dieser Rundgang der Einwanderungsgeschichte und -gegenwart nach.
Termine
So 29. April, 14 Uhr
So 8. Juli, 14 Uhr
Leitung
Martin Spruijt
Ort
Hauptkirche St. Trinitatis Altona, Kirchenstraße (S-Bahn Königstraße)
Dauer
ca. 2 Stunden
Preis
8,- / erm. 4,- €
VeranstalterInnen
St. Pauli Archiv e.V.
Web
www.st-pauli-archiv.de
Branntwein, Bibeln und Bananen
Hamburgs Kolonialgeschichte: Vom Rathaus über den Hafenrand bis zum Bismarck-Denkmal
Keine andere Stadt in Deutschland hat von der Europäischen Kolonialexpansion so stark profitiert wie Hamburg, das »Tor zur Welt«. Hamburger Kaufleute und Reedereien verdienten viel Geld mit Sklaven, Palmöl, Schnaps und Baumwolle. Die Spuren aus der Zeit des Überseehandels und der Kolonialmetropole sind noch heute zwischen City und Hafenrand zu finden: Die Börse, Kontorhäuser, Kirchen und Denkmäler erzählen Geschichten von eurozentristischen Weltbildern, von Schnapsexporten nach Afrika, von »Deutschen Kamerunbananen« und vom Kolonialkrieg gegen die Herero und Nama in »Deutsch-Südwestafrika«.
Der Rundgang zeigt auch, wie unreflektiert Hamburg mit seiner Kolonialvergangenheit umgeht. Er basiert auf den Arbeiten des Historikers Heiko Möhle und wird auf seinen Wunsch hin weitergeführt.
Termine
Do 10. Mai, 17 Uhr
Do 21. Juni, 17 Uhr
Do 16. August, 17 Uhr
Do 27. September, 17 Uhr
Leitung:
Mina Ringel
Ort
Vor dem Haupteingang des Hamburger Rathauses
Dauer
ca. 2 Stunden
Preis
7,- / erm. 5,- €
VeranstalterInnen
Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.
Migration im postkolonialen Hamburg
Kontinuitäten und Brüche in der Einwanderung
Der Stadtrundgang nimmt die verschiedenen Strukturen der Migration nach Hamburg im 20. und 21. Jahrhundert unter die Lupe. Vor allem durch den Hafen, den Handel und die Kolonien sind Menschen aus aller Welt nach Hamburg gekommen, um hier zu leben und zu arbeiten.
Die Hansestadt ist bekannt für seine vielfältigen Diasporas und das offizielle Hamburg als »Tor zur Welt« entwirft ein weltoffenes und tolerantes Bild von sich. Doch weder historisch noch aktuell trifft diese Sicht zu, zumindest nicht für alle Gruppen von MigrantInnen. Der Rundgang über die Neustadt und St. Pauli beleuchtet wichtige Mosaiksteine von der kolonialen bis zur aktuellen Migration nach Hamburg. Er führt zum Beispiel durch das Portugiesenviertel, vorbei am Bernhard-Nocht-Institut und an der Cap San Diego bis hin zum ehemaligen Chinesenviertel.
Termine
Do 26. April, 17 Uhr
Sa 1. September, 14 Uhr
Leitung:
Manuel Aßner (Netzwerk Migration in Europa e.V., AK Nord)
Ort
St. Pauli Landungsbrücken am Fuß des Pegelturms
Dauer
ca. 2 Stunden
Preis
7,- / erm. 5,- €
VeranstalterInnen
Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.
Menschen ohne Papiere in Hamburg
Leben zwischen Alltag und der Angst vor Entdeckung
Sie hüten Kinder, sie putzen und sie bauen Häuser - Es gibt zahlreiche Menschen in Hamburg, die in das alltägliche Leben eingebunden sind, die aber nach dem Gesetz eigentlich nicht hier sein dürften: irreguläre MigrantInnen. Egal ob bei der Wohnungssuche, der Einschulung der Kinder, auf dem Weg zur Arbeit oder bei einer Krankheit – die Bewältigung des Alltags bedarf in dieser Situation einer guten Organisation. Der Stadtrundgang informiert über die Lebenssituationen von Menschen ohne Papiere und klärt über Mythen und Stereotype auf. Und er bietet die Gelegenheit, Netzwerke und Organisationen von und für Menschen ohne Papiere näher kennenzulernen. Die Tour führt von Altona aus in Richtung Reeperbahn.
Termine
Sa 5. Mai, 14 Uhr
Do 6. September, 17 Uhr
Leitung:
Manuel Aßner (Netzwerk Migration in Europa e.V., AK Nord)
Ort
im Bahnhof Altona, Service Point
Dauer
ca. 2 Stunden
Preis
7,- / erm. 5,- €
VeranstalterInnen
Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.
Kokosnüsse, Kaiserkult und Kolonialflair
HafenCity postkolonial: von der Speicherstadt durch das Überseequartier zur Elbphilharmonie
Alte rote Backsteinbauten und neue spiegelglatte Fassaden stehen sich in der HafenCity gegenüber. Die Prestigebauten zeugen von Handel, Ausbeutung und Wohlstand in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart. Wo früher Waren aus Übersee gelagert und deutsche Kolonialtruppen entsandt wurden, entsteht die HafenCity - Hamburgs jüngster Stadtteil. Wie wird diese Vergangenheit heute in die Stadtentwicklung eingebunden? Entsteht zwischen Speicherstadt, Kreuzfahrtterminal und Elbphilharmonie ein moderner Stadtteil mit Identitäten von vorgestern?
Termine
Sa 15. September, 14 Uhr
Leitung:
Mina Ringel
Ort
U-Meßberg
Dauer
ca. 2 Stunden
Preis
7,- / erm. 5,- €
VeranstalterInnen
Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.


