moveGLOBAL
Hamburger migrantisch-diasporische Organisationen in der Eine-Welt-Arbeit
Ein Projekt des Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.
Grupos de immigrantes no trabalho para um mundo
Grupet imigrante në një punë botërore
Hamburgs immigrantgroups working for a better one-world
!Migrantes de Hamburgo en el trabajo de un mundo!
Das Projekt moveGLOBAL strebt an, die Einkapselung von entwicklungspolitischen Vereinen der weiß-deutschen Mehrheitsgesellschaft auf der einen Seite und der migrantisch-diasporischen Organisationen (MDO) auf der anderen Seite aufzulösen.
Das Projekt moveGLOBAL wirkt in die MDO hinein und macht deren Arbeit stärker sichtbar. Und es verändert auch die bisherige entwicklungspolitische Arbeit der Eine-Welt-Szene, die trotz vielfältigen internationalen Austausches noch stark von der Perspektive der weiß-deutschen Mehrheitsgesellschaft geprägt ist.
Ziele und Angebote
moveGLOBAL
- analysiert die Infrastruktur und den Bedarf migrantisch-diasporischer Organisationen (MDO) in Hamburg: Wo liegen die Stärken? Wo die Schwächen? Welche Anliegen und Wünsche gibt es?
- fördert die Vernetzung entwicklungspolitischer MDOs in Hamburg
- bildet entwicklungspolitische MDOs in Hamburg fort und berät sie
- macht MigrantInnen als entwicklungspolitische Akteure sichtbar
- strebt an, entwicklungspolitische Institutionen und Räume transnational zu öffnen.
Der Koordinator und das MultiplikatorInnen-Team (M-Team) besuchen und beraten MDO in Hamburg und tauschen sich bei Bedarf über folgende Themen aus:
- Entwicklung themenspezifischer Foren
- Vermittlung von Kooperationspartnern
- Gegenseitige logistische Hilfe für den Vereinsalltag
- Unterstützung und Beratung bei der Öffentlichkeitsarbeit, Antragstellung, Finanzierungsplanung, Buchhaltung und Vereinsgründung
- Stärkere Beteiligung an den Beratungsangeboten des Eine Welt Netzwerks Hamburg
- Öffnung und Erweiterung der Angebote des Eine Welt Netzwerks Hamburg für den Bedarf von MDO
Das moveGLOBAL-Team spricht u.a. folgende Sprachen: Farsi, Englisch, Russisch, Arabisch, Polnisch, Spanisch, Albanisch, Serbokroatisch und Französisch. Die Arbeitssprache ist aber in der Regel Deutsch. Die kostenlose Erstberatung erfolgt durch das moveGLOBAL-Team. Dieses leitet Anfragen gegebenenfalls an andere MitarbeiterInnen des Eine Welt Netzwerks Hamburg weiter. Die vertiefende Beratung ist für Mitgliedsgruppen kostenlos.
Partizipativer Ansatz
Das Vorgehen von moveGLOBAL ist partizipativ. Nicht selten sind migrantisch-diasporischer Organisationen (MDO) von weiß-deutsch geprägten Organisationen vereinnahmt und bevormundet worden.
Das partizipative Vorgehen soll Zweifel daran, ob MigrantInnen auch wirklich als ExpertInnen mit vielfältigen Kompetenzen wahrgenommen werden, zerstreuen. Es soll verhindern, dass internationale Hierarchien zwischen Nord und Süd auf lokaler Ebene wiederholt werden. Und es soll zur viel zitierten „Partnerschaft auf Augenhöhe“ beitragen.
Migrantisch-Diasporische Organisationen (MDO)
Menschen, deren Lebensrealität transnational ist, prägen den Alltag in Hamburg. Schon lange gibt es familiäre, geschäftliche, politische und zivilgesellschaftliche Kontakte über Ländergrenzen hinweg.
Da der Begriff „MigrantIn“ die Lebensrealität dieser Gruppe nicht hinreichend abbildet, verwendet das Projekt moveGLOBAL in Anlehnung an die internationale Praxis den Begriff „Diaspora“. Dieser lässt sich nicht nur als „Zerstreuung“ verstehen, sondern auch im Sinne des griechischen „sporadikos“ bzw. „spora“. Dieses Wort beschreibt den Samen bzw. den Akt des Säens. Damit soll verdeutlicht werden, dass Diasporen ein großes Potential sowohl für ihr gegenwärtiges Heimat- als auch ihr Herkunftsland darstellen.
Die Begriffsherleitung illustriert die politische Neuorientierung der Migrations- und Entwicklungspolitik, in der ein Paradigmenwechsel beginnt: Migration wird nicht mehr ausschließlich als Problem, sondern zunehmend auch als Potenzial gesehen. Gerade in dem Bereich entwicklungspolitischer Aktivitäten verfügen migrantisch-diasporische Organisationen (MDO) über langjährige Erfahrungen.
Perspektivwechsel in der Eine-Welt-Arbeit
Ein Perspektivwechsel in der von meist weiß-deutsch geprägten Initiativen der Eine-Welt-Arbeit bedeutet, migrantisch-diasporischen Organisationen (MDO) stärker miteinzubeziehen. Als Herausforderung steht eine interkulturelle Öffnung und ein Strukturwandel der etablierten Eine-Welt-Institutionen an. Dies betrifft aber auch viele andere Institutionen der Einwanderungsgesellschaft. Denn schon lange ist klar: Vor allem Menschen, die akzeptiert sind, denen Chancen geboten werden und die nicht täglich um ihre Würde und ihre Existenz kämpfen müssen, engagieren und organisieren sich auch in zivilgesellschaftlichen Belangen.
Was ist Eine-Welt-Arbeit?
Eine-Welt-Arbeit bedeutet, sich für eine gerechte Welt einzusetzen. Die Mitgliedsgruppen des Hamburger Netzwerks treten für die gleichberechtigte Teilhabe aller an Technik, Nahrung, Wissen, Gesundheit und politischen Entscheidungen ein. Sie fordern ein faires und nachhaltiges Wirtschaften und setzen sich für den Abbau der weltweiten Ungleichheit zwischen Menschen und Staaten ein.
Eine Welt Politik beginnt hier vor Ort in Hamburg. Was heißt das konkret? Zum Beispiel organisieren Gruppen einen Diskussionsnachmittag zu „Recht auf Stadt“ mit Fokus auf die Hafengebiete in Hamburg und Rio de Janeiro oder eine Hafenrundfahrt zum Thema Energiepolitik und Klimagerechtigkeit. Initiativen bieten Workshops zum Globalen Lernen für Kinder und Jugendliche an oder informieren über die Abschiebepolitik des Hamburger Senats. Interkulturelle Begegnungsstätten, mehrsprachige Magazine, Ausstellungen, Filme – die Liste der Aktivitäten ist lang.
Das Eine Welt Netzwerk ist der Dachverband entwicklungspolitischer Initiativen in Hamburg. Er zählt zu den bundesweit 16 Landesnetzwerken, die die Eine-Welt-Arbeit des jeweiligen Bundeslandes koordinieren. Der Verein wurde 1992 gegründet und zählt mittlerweile fast 100 Gruppen zu seinen Mitgliedern.
Das Eine Welt Netzwerk Hamburg bietet Informationen, organisatorisches Handwerkszeug und ein unterstützendes Netzwerk. Die Mitglieder bei ihren vielfältigen Aufgaben zu unterstützen, ein gemeinsames Sprachrohr nach außen zu sein und dem Engagement für eine gerechte, demokratische und friedliche Welt in der Öffentlichkeit ein stärkeres Gewicht zu verleihen, sind die zentralen Ziele des Eine Welt Netzwerks Hamburg.
Neben entwicklungspolitischer Lobby-, Bildungs- und Informationsarbeit bietet der Verein auch Workshops zu folgenden Themen an: Vereinsrecht, Antragstellung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Veranstaltungsorganisation und Antirassismus.
Kontakt:
Ali Fathi
Ali.Fathi@ewnw.de
/ Tel: 040 3589386
Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.
Große Bergstraße 255
22767 Hamburg
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